NÖ Vorsorgepreis: Voller Erfolg für Tulln

04. Mär. 2012

Bei der heutigen Verleihung des NÖ Vorsorgepreises in Grafenegg hat Tulln von den vier NÖ-Vorsorgepreisen-Kategorien gleich zwei gewonnen.

Die Hauptschule II (NMS Marc Aurel) hat in Kooperation mit privaten Coaches Leitung: Diplom Psychologin Susanne Rieger) mit dem Projekt Kids-Coach in der Kategorie „Private Initiativen“ gewonnen (Einreichung durch das Gesunde Tulln). Diese prämierte Initiative fördert die Konfliktfähigkeit zwischen den Schülern.

Besondere Freude habe ich natürlich, dass die von mir iniitierte Aktion „Netzwerk Nachbar" in der Kategorie "Gemeinden/Städte" gewonnen hat. Hier der Projektantrag:

Die Stadt Tulln konnte in den letzten Jahrzehnten einen ungewöhnlich starken Zuwachs bei der Bevölkerung verzeichnen. Gründe dafür sind sicherlich die hohe Lebensqualität, die die Stadt bietet, die in Tulln vertretene Wirtschaft, die Schulen und Universitäten und nicht zuletzt die günstige Lage zu den anderen Zentren in Niederösterreich und zu Wien.

Das damit einhergehende Wachstum der Stadt hat aber soziologische Auswirkungen. Während früher  die sozialen Netze der Bürger und Bürgerinnen sehr eng waren, so bemerkt man durch den Bevölkerungszuwachs der letzten Jahrzehnte bereits deutliche Anzeichen von „großstädtischen Phänomenen“ wie Anonymität, geringe Anteilnahme am städtischen Geschehen, ein nebeneinander Leben, ohne das Bedürfnis, Kontakte zu knüpfen.

Diese Entwicklung führt oft zu Isolation und Einsamkeit. Dies birgt ein erhebliches Krankheitspotential in sich, das Risiko für psychische Störungen, Herzinfarkt, Krebs oder durch Immunschwäche hervorgerufene Krankheiten steigt. Vor allem alte Menschen laufen Gefahr, durch die altersbedingte Auflösung der beruflich-sozialen Bindungen, mit denen sie jahrzehntelang gelebt haben, den Anschluss an ihr gesellschaftliches Umfeld zu verlieren. Regelmäßige soziale Kontakte steigern hingegen die Lebensqualität enorm. Studien belegen, dass Menschen mit einem guten Netzwerk stabiler Freundschaften meist körperlich gesünder und seelisch stabiler sind.

Das Projekt "Netzwerk Nachbar" stellt das nachbarschaftliche Miteinander in der Stadtgemeinde Tulln vor das Nebeneinander und wirkt damit der Anonymität und der Isolation entgegen. Zum Projektstart im Frühjahr 2011 wurden im Rahmen von Arbeitskreissitzungen von BürgerInnen gemeinsam mit Experten Ideen gesammelt und konkretisiert, welche die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern. Seit dieser Einführung der Initiative „Netzwerk Nachbar“ können jederzeit weitere Ideen von Einzelpersonen oder Gruppen bei der Stadtgemeinde eingereicht werden, die daraufhin von den BürgerInnen mit der Unterstützung von Experten seitens der Stadtgemeinde umgesetzt werden. Bevorzugt werden dabei kleinräumige Projekte mit dem Fokus auf Wohnhausanlagen, Blocks, Straßenzüge, Grätzl etc.