Nachlese zu einem sensationellen ÖAAB-Stadtgruppentag

30. Apr. 2009

Es war ein historischer Tag für den Tullner NÖAAB, so viele Menschen waren noch nie zu einem Stadtgruppentag gekommen - das große Atrium im Tullner Minoritenkloster war bis zum letzten Platz gefüllt. Und das Schönste daran: Die Teilnehmer zeigten sich von den Inhalten und der Organisation begeistert - im Namen aller Helfer möchte ich mich dafür herzlichst bedanken.

Gewählt wurde der neue NÖAAB-Vorstand unserer Stadtgruppe, hier im Bild mit unseren Gästen. (Hinweis: Aufgfrund meiner Wahl zum Bürgermeister am 21.12.2009 habe ich meine Funktion als ÖAAB-Obmann zurückgelegt. Derzeit wird die Stadtgruppe vom stellvertretenden Obmann STR Norbert Pay geführt.)

Der neu gewählte Vorstand: Vbgm. Mag. Peter Eisenschenk (Obmann), STR Ing. Norbert Pay (Obmann-Stv.), GR Elfriede Pfeiffer (Obmann-Stv.), Mag. Günter Marian (Kassier), Susanne Haas (Kassier-Stv.), Andreas Burkert (Rechnungsprüfer), Ing. Manfred Zillner (Rechnungsprüfer), Georg Förstel, Dir. Peter Höckner, Martina Hopfeld, Walter Köllner, Alexandra Müllner, Mag. Reinhard Ossberger, Mag. Wolfgang Pointer, Norbert Schmolek, Günter Seif, Mag. Marion Svoboda, Vbgm. a.D. Otto Ziegler, Ernst Zischkin.

Der Rechenschaftsbericht wurde mit folgenden Bildern präsentiert:

Im Anschluss hatte ich die Gelegenheit folgende Rede zu halten:

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wissen Sie, welche Bilder der soeben gezeigten Präsentation der ÖAAB-Schwerpunkte, mir besonders gut gefallen haben. Alle Bilder, auf denen Menschen zu sehen waren! Alle Bilder, auf denen das Miteinander von Menschen in dieser Gemeinde zu sehen war. Für mich ist eine Stadtpolitik erfolgreich, wenn deren  Projekte das Leben der Menschen hier wirklich intensiviert und sichert.
Auch ich bin ein Kind dieser Stadt, fast auf den Tag genau vor 44 Jahren hier geboren. Ich liebe diese Gemeinde, so wie viele der hier Anwesenden. Mit vielen Winkeln dieser Stadt verbinde ich zahlreiche Erinnerungen an schöne Erlebnisse und Stationen meines Lebens.
Hier in dieser Stadt ist mir im Laufe meiner Entwicklung bewusst geworden, was für mich als Mensch wirklich zählt: Zum einen meine Kinder – als Finanzstadtrat sage ich: die wertvollsten Zinsen des Lebens - und zum anderen ist mir wichtig, mit meiner Frau das gemeinsame Gestalten unserer Familie und einer stabilen Partnerschaft nach innen und von Freundschaften nach Außen.
Gleichzeitig ist mir klar geworden, dass äußere Zeichen des Erfolgs zwar etwas Schönes sind, auf Dauer aber nicht glücklich machen. Die wirklich entscheidenden Glücksfaktoren sind die Menschen, die einem nahe stehen.
Ähnliches denke ich mir wenn ich durchs frühlingshafte Tulln, voll mit Zeichen äußeren Erfolgs, gehe: Schön, was es hier alles gibt, nichts ist jedoch schöner als eine intakte Beziehung der Menschen der Stadt untereinander wie es etwas bei unseren Grätzelfesten sichtbar wird.
Tulln ist zweifellos eine Stadt, auf die viele schauen. Eine Vorzeigestadt in Niederösterreich. Und genau das ist es, was die Menschen so stolz auf und zugleich zufrieden mit Tulln macht.
Wer glaubt, dies alles sei Zufall, irrt. Der Erfolg Tullns hat mehrere Namen, zwei möchte ich heute nennen, jene der Bürgermeister der letzten Jahrzehnte: Edwin Pircher und Willi Stift. Edwin Pircher hat in parteipolitischer Hinsicht das Fundament für einen nachhaltigen Erfolg der Tullner Volkspartei gelegt und langfristige strategische Weichenstellungen für die Entwicklung der Stadt durchgeführt, wenn ich beispielsweise an das IFA denke. Willi Stift arbeitet noch immer unermüdlich daran, Tulln immer noch ein Stück weiter nach vorne zu bringen. Ohne seine visionäre Kraft wären viele Projekte gar nicht initiiert und bleibende Akzente nie gesetzt worden.
Der Höhepunkt dieser Projektorientierung findet in dieser Gemeinderatsperiode statt, dies zeigt sich im Moment besonders an der Neugestaltung des Tullner Hauptplatzes. Das Kuriose in dieser Gemeinderatsperiode ist übrigens, dass mit Ausnahme des Hauptplatzes Neu, alle anderen Großprojekte – Wasserpark für die Landesgartenschau, Bahnunterführungen, HL-Bahn, Universität, neue Kläranlage – bereits in der letzten Periode beschlossen wurden.
Das heißt, diese Periode wird so aufhören wie sie begonnen hat – mit Großprojekten. Mit zweifellos wichtigen Dingen:
Durch den Hauptplatz Neu wird das Herz von Tulln kräftig zum Schlagen gebracht. Nicht nur vorübergehend, sondern für viele Jahre, ja Jahrzehnte. Der Ausbau zur Universitätsstadt ist eine enorm wichtiger Schritt zur Schaffung hochqualitativer Arbeitsplätze. Alle Maßnahme im Zuge der HL-Bahn – schaffen eine notwendige Verkehrsinfrastruktur in der Stadt und hochwertige Verbindungen für unsere Pendler nach Wien.
Es ist auch mein persönliches Ziel, dass Tulln auch in Zukunft zu den besten Städten Österreichs zählt und als Top-Stadt in Niederösterreich gilt.
Aber ich kann Ihnen versprechen, die nächste Gemeinderatsperiode wird unter einem ganz anderen Stern stehen. Und dieser Stern heißt Menschenorientierung.
Dazu folgende Erklärung: In die Freude darüber, dass Tulln top ist mischt sich immer häufiger die Sorge, dass unsere Stadt ein zu hohes Tempo fährt. Es überrascht daher nicht, dass bei Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde immer öfter der Wunsch artikuliert wird, die Stadt möge eine Konsolidierungsphase einschlagen - zum einen, um alles Angefangene zu finalisieren und zum anderen, um sich jenen Herausforderungen widmen zu können, die bereits bestehen:
Die Anziehungskraft Tullns hat die Stadt innerhalb weniger Jahre enorm wachsen lassen. Seither sieht sich Tulln mit dem Thema der zunehmenden Anonymität konfrontiert. Früher, so höre ich und meine ich selbst, sei Tulln noch überschaubar gewesen, habe beinahe jeder jeden gekannt. Heute sei dies grundlegend anders. Gerade die vielen Zugezogene werden sich – wenn wir sie von der Politik nicht erreichen - nicht mit der Stadt identifizieren - sie werden zwar hier wohnen, es wird ihnen aber meist nicht um eine Integration in das Gemeinschaftsleben, sondern mehr um das Grundbedürfnis .. Wohnen" gehen.
Die Folgen sind schon jetzt zu spüren: Anders als noch vor wenigen Jahren wird das Dasein der Tullnerinnen und Tullner zusehends von einem Nebeneinander und nicht von einem Miteinander bestimmt. Das war übrigens der Hauptgrund weshalb die Tullner Volkspartei die Vereinsförderung um 50 % erhöht hat, denn unsere intakten Vereine sind wirksame Mittel gegen die Anonymität.
Warum das Wachstum der Stadt die Menschen nicht unberührt lässt, hat auch noch einen anderen Grund: Immer mehr Wohnungsbau hat zwangsläufig immer weniger Erholungsraum in Wohngebieten zur Folge. Gleichzeitig stoßen wir an die Grenzen der städtische Infrastruktur, die auf Dauer weder beim Angebot noch bei der Qualität mit diesem rasanten Wachstum mithalten kann. Daher ist ein Stopp des explosionsartigen Wachstums in Tulln die Herausforderung der nächsten Zeit.
Tulln wäre heute nicht da, wo es ist, wenn es sich nicht durch Großprojekte einen Namen gemacht hätte. Allerdings kommen wir um eine Neuorientierung nicht herum, allein schon um dem Unmut der Bevölkerung vorzubeugen, dass der Politik die Dinge des täglichen Lebens scheinbar weniger wichtig sind als Prestigeprojekte.
Gerade wir vom ÖAAB haben in der Vergangenheit darauf geachtet, und dass die Bedürfnisse und Sorgen des Alltags unserer Bürgerinnen und Bürger besonders ernst genommen werden. Das wird auch in Zukunft so bleiben.
Die Prioritäten anders zu setzen, verlangt im Übrigen auch die budgetäre Situation Tullns. Die Zeiten sind definitiv vorbei, in denen Tulln aus dem Vollen schöpfen konnte. Wir werden in Zukunft den Gürtel enger schnallen und uns darauf beschränken, die wirklich wichtigen Anliegen der Bürger zu realisieren. Ich sehe darin nicht zwangsläufig einen Nachteil, denn ich halte es für einen Irrglauben, die Bürger würden einzig das honorieren, was viel kostet. Meist ist sogar das Gegenteil der Fall, das lehrt mich meine Erfahrung: Beispielsweise kostet die Gelsenbekämpfung oder so manche Gesundheitsaktion wie z.B. die Darmkrebsprävention nicht allzu viel, sorgen aber meist für ungleich mehr zufriedene Gesichter als die Fertigstellung eines Großprojekt.
So kommen ich doch letztlich immer wieder auf die Bedürfnisse der Menschen zurück, was mich immer wieder aufs Neue bestätigt, mit Leib und Seele Politiker zu sein. Und Politiker in Tulln mit all seinen Menschen zu sein, ist immer noch etwas Besonderes. Ich appelliere an die Gemeinschaft und an die Gemeinde dieser Stadt bewusst die neuen Herausforderung der Zukunft anzunehmen, im offenen Dialog zu bleiben und die Chancen der Weiterentwicklung zu nutzen. Sie haben dabei meine volle Unterstützung, um aus der Vielfältigkeit der Meinungen und Bedürfnisse die besten Zukunft für Tulln mitzugestalten.
 
Ich freue mich auf unsere Zukunft, vielen Dank!

 

Die Reaktion der Presse war sehr positiv (klicken Sie für die gesamten Artikel):

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