Start der pädagogischen Hochschulen
Nachdem auf Grund des Hochschulgesetzes 2005 die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer an den Pflichtschulen nicht mehr an Pädagogischen Akademien sondern an Pädagogischen Hochschulen erfolgt, lag in der Sitzung vom 21. September 2007 das so genannte Lehrbeauftragtengesetz zur Beschlussfassung vor. Darin sind begriffliche Anpassungen für den Einsatz von Lehrbeauftragten an den pädagogischen Hochschulen enthalten, aber auch die Einbeziehung der Abgeltung von Fremdsprachenassistenz.
Zudem wurde das Bundesgesetz über das Unterrichtspraktikum entsprechend adaptiert und wird beispielsweise der „Lehrgang zur Einführung in die praktische Unterrichtstätigkeit“ genauer definiert.
Die Wortmeldung laut stenographischem Protokoll:
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Mit der Errichtung der Pädagogischen Hochschulen, die für alle Absolventen, sehr geehrte Frau Kollegin Zwerschitz, sehr wohl ein akademisches Niveau und auch einen international anerkannten Status mit sich bringen, beginnt eine neue Ära in der Lehrerfortbildung. Wie wichtig diese Innovation ist, sieht man ja auch daran, dass heuer doppelt so viele Interessenten für Ausbildungsplätze da sind als im Vorjahr.
Ebenso interessant ist die Erweiterung des Lehrbeauftragtengesetzes für die Fremdsprachenassistenz, weil dadurch Österreich erneut ein innovatives, international ausgerichtetes Engagement beweist. Diese neue Regelung bedeutet nicht nur das Einbringen einer muttersprachlichen Kompetenz von ausländischen StudentInnen, sondern vor allem auch einen konkreten Austausch von Kulturen zur Förderung eines globalen Verständnisses.
Aus der Praxis haben mir viele Kollegen sehr positive Erfahrungsberichte übermittelt, wobei als sinnvolle Weiterentwicklung für die Zukunft vielleicht angedacht werden sollte, dass jene Länder, die Fremdsprachenassistenten entsenden, einen gemeinsamen Anforderungskatalog an die Kandidaten entwerfen.
Durch die Änderung des Bundesgesetzes über das Unterrichtspraktikum steht ein weiterer erfolgreicher Aspekt der Lehrerausbildung in Österreich auf der heutigen Tagesordnung, nämlich das bestens bewährte Unterrichtspraktikum für Absolventen der Lehramtsstudien. Die Hospitation und die zur Verfügung gestellte Fachlehrkraft sind eine Sicherstellung pädagogischer Grundwerte und eine optimale Vorbereitung auf den zu erwartenden Schulalltag.
Dabei entsteht eine Win-Win-Situation: Die Neulehrer erwerben zusätzliche soziale Kompetenz, bemühen sich um Teamfähigkeit und bringen, direkt von den Universitäten kommend, neue Ideen und Impulse ein. Was ganz wichtig ist: Die Betreuungslehrer erleben eine Anerkennung ihrer Arbeit durch junge Kollegen und profitieren so von deren Anregungen und von deren Begeisterungsfähigkeit. Es muss daher von dieser Stelle aus allen beteiligten Lehrern ein Lob ausgesprochen werden. Man muss ihnen dafür danken, dass sie mit großem persönlichen Einsatz Bildung schaffen, erhalten und vermitteln.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist gut zu wissen, dass Bildung einer ständigen Qualitätsprüfung unterliegt, um auch in Zukunft einen der wichtigsten Pfeiler unserer Gesellschaft zu stützen. Nur ein wissendes Volk kann sich und seine Demokratie schützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)



